das Tabaluga Haus zu Besuch

Lernen mit den Pferden Leo und Harper
Kinder aus dem Duderstädter Tabalugahaus zu Gast auf dem Hof Bettenrode
(von Ute Lawrenz) 

Nicht die Pferde, sondern die Kinder galoppieren durch die Halle. In der Runde sind auch zwei Sprünge aufgebaut. Brav springen die Kinder. Eine Führung über den Hof Bettenrode haben sie schon hinter sich. Jetzt sollen sie die Gangarten der Pferde lernen. Das Tabalugahaus in Duderstadt war Ziel einer Klassenfahrt der neun Kinder im Alter von zehn und elf Jahren mit ihren vier Betreuern. Sie alle kommen von der Förderschule in Ilsede bei Peine mit Förderschwerpunkt Lernbehinderung. Kathrin Wüstefeld, Leiterin des Tabalugahauses, erklärt: In Bettenrode sollen die Kinder nicht nur reiten, sondern auch etwas über Pferde erfahren. Der Hof Bettenrode kooperiere mit dem Tabalugahaus, in dem benachteiligte Kinder Freizeiten erleben. Im vergangenen Herbst kam die erste Gruppe aus dem Tabalugahaus nach Bettenrode. Elf Gruppen hätten sich in diesem Jahr schon angesagt, sagt Imke Schlechter von dem Dressur-, Ausbildungs- und Turnierstall. . Doch jetzt ist Praxis angesagt: Die Schulpferde Leo und Harper warten schon in der Stallgasse. Langsam sollen die Kinder Vertrauen fassen. Schlechter lässt sie Leo streicheln. Einer nach dem andern darf das Pferd tätscheln und ihm auf flacher Hand ein Leckerli geben. „Ist der aber gierig“, sagt Max-Oliver, als Leo sich beeilt, die Süßigkeit zu fassen. Immer zwei Kinder dürfen den großen Braunen putzen. „Guck mal, die Haare fallen raus“, sagt Nils. Schlechter erklärt, dass das Pferd in dieser Jahreszeit sein Fell wechselt. „Jetzt sieht Harper aber schon richtig gut aus“, lobt Reitlehrerin Merle Brandes die Kinder, die das Kleinpferd schön gemacht haben. Nicht mit Sattel, sondern mit Voltigiergurt werden die Pferde ausgestattet. Dabei hat Brandes Hilfe. Zoe Vente (14) und Sofie Schlehahn (11) gehören zu den zwölf Schülerinnen, die den Zukunftstag auf dem Pferdehof verbringen. Weil die beiden selbst dort reiten, dürfen sie Schlechter und Brandes zur Hand gehen. Eines der kleineren Kinder darf zuerst auf Harper aufsitzen. Der größere Max-Oliver soll Leo erklimmen. Mit Aufsteighilfe und Schlechters Unterstützung klappt es. Reithelm ist Pflicht, sagt Riemer. Sie hat Helme aus der Schule mitgebracht. Geführt gehen die Pferde ihre Runden. Pascal lächelt glücklich, als er absteigt. Ja, er möge Pferde „sehr, sehr gerne“. Er sei das erste Mal geritten. Jasmin hat da schon mehr Erfahrung. Sie hat die Steckenpferd-Prüfung abgelegt und möchte jetzt eins der Pferde führen. Doch zuvor ist Anastasia an der Reihe. „Ganz toll“ finden die Lehrerinnen Tine Künze und Petra Kerres den Ausflug zu den Pferden. Für die meisten Kinder sei es eine neue Erfahrung und bringe ihnen sehr viel Selbstvertrauen. Die Kinder sind gebannt und warten ganz ruhig, bis sie mit Reiten an der Reihe sind. Nur einmal geraten zwei Jungen aneinander. Die Lehrerinnen schicken einen von ihnen für kurze Zeit aus der Halle. Nach dem Reiten sind Spiele mit Pferd angesagt. Beim Hampelmann machen, hüpfen und laufen können sich die Schüler ordentlich austoben. Und zum Schluss bekommen alle eine Urkunde, die ihnen bestätigt, dass sie jetzt mehr von Pferden wissen.